Volkstrauertag in Rödinghausen
Gedenken der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror
Am heutigen Volkstrauertag gedenken wir der Opfer von Krieg, Gewalt und Terror. Wir erinnern an Menschen, deren Leben zerstört wurden – und wir tun dies in dem Bewusstsein, dass Frieden und Freiheit niemals selbstverständlich sind.
Für viele von uns ist dieses Gedenken persönlich, auch für mich.
Meine Mutter stammte aus Königsberg; ihr Vater blieb als Wasserschutzpolizist im Krieg vermisst. Sie selbst wurde über die Ostsee vertrieben und fand zunächst Schutz in Dänemark.
Mein anderer Großvater war nach dem Krieg in Sibirien interniert – jahrelang wusste niemand, ob er zurückkehren würde.
Und auch die DDR brachte Leid: Mein Onkel wurde mit seiner Familie bei der Republik-Flucht gefasst und nur durch den Freikauf der Bundesrepublik befreit.
Ein Staat, der seine eigenen Bürger bekämpfte – ein Mahnmal dafür, wie brüchig Freiheit sein kann.
Diese Geschichten sind nicht nur Vergangenheit. Sie lehren mich persönlich:
Heute leben wir in einer Zeit, in der sich die Welt erneut verändert: Kriege in Europa, wachsende Bedrohungen, Millionen Menschen auf der Flucht. Wir sehen: Geschichte ist nicht fern. Sie spricht zu uns.
In diesem Zusammenhang diskutieren wir auch über die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Als jemand, der selbst im Sanitätsdienst gedient und junge Menschen ausgebildet hat, weiß ich, was Dienst für andere bedeutet – militärisch wie zivil.
Es geht nicht nur um Verteidigung. Es geht um Zusammenhalt, um Pflichtbewusstsein und um die Bereitschaft, Verantwortung für unser Land und füreinander zu übernehmen.
Der Volkstrauertag erinnert uns:
Aus dem Leid der Vergangenheit erwächst die Verantwortung für die Gegenwart.
Lassen Sie uns heute der Opfer in Würde gedenken – und zugleich den Mut zeigen, aus ihrer Geschichte zu lernen.
Für Frieden. Für Freiheit. Für unsere gemeinsame Zukunft.